Kommt die neue Werbekampagne gut an oder ist sie ein Flop? Wer viel Geld für Werbung ausgibt, möchte wissen, ob sein Geld gut angelegt ist. Neuartige Softwareprodukte auf Basis der Mimik-Erkennungstechnologie „Source“ ermitteln schnell und erstaunlich zuverlässig, wer eine Botschaft wie lange betrachtet. Da die Systeme nicht nur das Geschlecht, sondern auch Alter und Stimmungen unterscheiden, ermöglichen sie völlig neue Werbekonzepte.
Ein Beispiel ist das Instore-Display eines Modehändlers: Interessiert blickt die junge Frau auf die Videowand. Die neuen Styles gefallen ihr ausnehmend gut. Wenig später betrachtet ein älterer Mann die neue Herrenkollektion. Wie von Zauberhand erscheinen auf der Wand immer die für den Betrachter richtigen Outfits. Möglich macht das die Technologie der Mimikerkennung Shore aus dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen. Vor der Videowand des Modeunternehmens nimmt eine Kamera jeweils die Person auf, die vor dem Bildschirm steht. Die Spezialsoftware wertet das Bild in Echtzeit aus. Da das System weiß, ob ein Mann oder eine Frau vor dem Bildschirm steht, und auch das ungefähre Alter der Person kennt, kann es die jeweils passenden Kollektionen einspielen. So wird die junge Frau schon jetzt über die aktuellen Frühjahrsfarben informiert. Das System kann Daten, die über Instore-Kameras oder digitale Displays vor Plakaten oder Regalen aufgenommen wurden, verarbeiten.Â
Markt- und Werbeforschungsinstitute prüfen mit der neuen Technologie, ob die jeweilige Werbebotschaft bei den richtigen Kunden angekommen ist. Zentrale Fragen wie: Werden die passenden Zielgruppen angesprochen? Wie lange kann der Werbeträger die Aufmerksamkeit halten? lassen sich so schnell und einfach beantworten. Eine Besonderheit ist das Erkennen von Alter und Emotionen: Die Shore Technologie kann unterscheiden, ob die Menschen beim Betrachten der Werbebotschaft ärgerlich, glücklich, traurig oder überrascht aussehen. Das bietet einen zusätzlichen Mehrwert, etwa bei der Beurteilung des Erfolgs oder Misserfolgs einer Werbekampagne.
Wie nutzt der User eine Website?
Ein weiteres IT-Marketing-Tool bietet die „etracker GmbH“ aus Hamburg. Sie stellt mit der Mouse-Tracking-Lösung etracker Visitor Motion ein innovatives Produkt zur Usability-Optimierung von Websites vor. Dank der Software sieht ein Website-Betreiber den Besuchern gleichsam wie mit einer Video-Kamera über die Schulter und zeichnet das gesamte Nutzungsverhalten des Websitebesuchers auf: von der Mausbewegung und Mausgeschwindigkeit über das Scroll-Verhalten und sämtliche Klicks bis hin zu Größenveränderungen des Browserfensters – und das inklusive des gegebenenfalls dynamisch generierten Website-Inhalts. Auf diese Weise können Website-Betreiber im Detail verfolgen, wie Besucher mit einer Website interagieren und sich auf ihr bewegen. Das Programm deckt Schwächen in der Bedienbarkeit und Nutzerführung der Webseiten erstmals mit filmischer Genauigkeit auf und schafft so die Grundlage für fundierte Nutzererlebnis-Analysen und eine zielgerichtete Optimierung der Usability. Dazu bietet es die Möglichkeit, die Formularnutzung, den chronologischen Ablauf des Besuchs und das Engagement der Besucher pro Seite zu analysieren. Während ein Website-Betreiber alle Interaktionen seiner Besucher erfasst, macht es zukünftig der kombinierte Einsatz mit weiterführender Software möglich, nur die Besuche der User aufzuzeichnen und zu speichern, die ein bestimmtes Verhalten zeigen oder einer bestimmten Zielgruppe angehören. Das Analyseprogramm ist zu 100 Prozent datenschutzkonform und versetzt den Anwender in die Lage mehr über seine Websitebesucher zur erfahren und darauf entsprechend zu reagieren.
Das waren zwei Beispiele für Tools, die Verbraucherdaten interaktiv verarbeiten. Wenn diese anonymisiert und datenschutzkonform eingesetzt werden und dem Kunden durch individuellere Ansprache dazu noch einen echten Nutzen bringen, werden Sie dazu beitragen, Werbung konkreter und wirksamer zu gestalten.